[REZENSION] Rette mich nicht – Rahel Hefti

*Ich habe das Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar bekommen. Dafür möchte ich mich hier auch noch mal bedanken :)*

 

Buch: Rette mich nicht

Autorin: Rahel Hefti

Erschienen: November ’17

Originalsprache: Deutsch

Reihe: wer weiss 🙂

Verlag: Literaturwerkstatt

 

 

Klappentext:

»Das Böse schlummert in uns allen. Es ist unsere Entscheidung, ob wir es zähmen oder nicht.«
Darian Capriati ist böse, davon sind alle überzeugt. Über ein Jahr ist es her, seit er sich von seinen Freunden abgewendet und einen Weg aus roher Gewalt eingeschlagen hat. Alle fürchten sich vor ihm, und nur eine glaubt an seine gute Seite: Ex-Freundin Ellen.
Als der Münchener Ben zu Besuch kommt und sich in Ellen verliebt, droht die Sache zu eskalieren. Ist Darian ein eifersüchtiger Psychopath oder steckt mehr dahinter? Um der Sache auf die Spur zu kommen, müssen Ellen und ihre Freunde tief in der Vergangenheit graben. Was sie dort finden, wird zu ihrem größten Albtraum …

 

Meine Meinung

Charaktere: 

Im Zentrum der Geschichte stehen neben Darian, die vier Freunde Ellen, Marin, Chris, Lara und der deutsche Besucher Ben. Jeder Charakter ist unglaublich gut und detailliert ausgearbeitet und erhält neben der Hauptgeschichte seine eigenen Spielzeit.

Mit Ellen hatte ich die ein oder anderen Probleme. Sie ist die Ex-Freundin von Darian und glaubt immer noch an das Gute in ihm. Daran ist partout auch nichts auszusetzen, dennoch gibt es meiner Meinung nach gewisse Grenzen. Sie hat zwar Angst vor ihm aber sie lässt es sich einfach gefallen das sie von ihm verfolgt, gestalkt und in den Abendstunden regelrecht von ihm überfallen wird. Klar weis man als Leser das es mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Happy-End geben wird, aber etwas naiv ist Ellen schon. Definitiv keiner meiner Lieblingscharakteren.

Ebenso ergeht es mir auch mit Chris und Marin. Ohne die Vorgeschichte zu spoilern, kann ich nicht verstehen wie Chris Darian so schnell vergeben konnte. Das was er ihm angetan hat ist unverzeihlich, egal in was für einer Situation sich Darian befunden hat. Genau das gleiche auch mit Marian. Vielleicht bin ich auch zu streng mit den Charakteren, aber ich persönlich würde Darian nicht so schnell vergeben.

Besonders gut hat mir aber Lara gefallen. Sie ist das absolute Gegenteil von Ellen und lässt sich nicht alles gefallen. Sie ist taff und ihre Probleme lassen sich sehr gut nachvollziehen. Ihre Geschichte fand ich von allen am interessantesten.

Ben als deutscher Besucher fand ich interessant und hat meiner Meinung nach für die ein oder andere Spekulation bezüglich der verzwickten Situation geführt.

Kommen wir zuletzt noch zu Darian. Ich konnte mich durch die knapp 300 Seiten nie entscheiden, ob ich ihn leiden kann oder nicht. Ich tendieren aber eher zu letzterem. Obwohl ich mittlerweile weiss, was vorgefallen ist und seine Absichten kenne, war für mich sein handeln teilweise nicht nachvollziehbar. Besonders die Sache mit Chris bleibt für mich unverständlich. Dennoch hat die Autorin mit ihm ein besonderen Charakter erschaffen, welche die Leserinnen und Leser noch eine Weile beschäftigen wird.

Zu den Nebencharakteren möchte ich aufgrund von Spoilern nicht viel sagen. Jedoch sind auch diese sehr gut ausgearbeitet. Manche davon waren zwar meiner Meinung nach nicht nötig, haben aber geholfen mich beim Lesen auf die falsche Fährte zu führen.

Inhalt: 

Die ersten 2/3 der Buches waren ungelogen ein absolutes Lesehighlight. Nicht nur hat Rahel Hefti eine sehr spannende und mysteriöse Gegenwart geschaffen, sie lässt die Leser auch immer wieder in die falsche Richtung denken. Zudem liebe ich die Atmosphäre, welche mir echt eine Gänsehaut beschwert hat. Alles in allem wäre das Buch mein Jahreshighlight geworden.

Leider war das letzte Drittel überhaupt nicht mein Fall. Die grosse Auflösung, was es wirklich mit Darian und seinem Verhalten auf sich hat, hat mich fast ein wenig enttäuscht. Es war eine gut durchdachte Story und wirklich gut aber genau das gleiche Gefühl hatte ich bei der NIght-School-Reihe. Der ganze Spannungsbogen und die Atmosphäre haben bei mir das Gefühl auf etwas viel grösseres geweckt, was leider dann nicht der Fall war. Das was Darian erlebt hat, ist immer noch schlimm aber ich hätte mehr erwartet.

Nach der Enthüllung war für mich die Luft ein wenig raus und obwohl es zum Ende hin noch einmal spannend wurde, konnte es nicht mehr an die ersten 2/3 des Buches anschliessen.

Schreibstil: 

Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr gut und hat sich meiner Meinung nach seit ,,Zürich fliegt“ noch einmal verbessert. Obwohl er schon damals echt hammer war.

 

Fazit:

Obwohl ich die ein oder anderen Probleme mit den Charakteren und dem letzten Drittel hatte, werde ich dem Buch aufgrund der richtig abgefahrenen ersten 2/3 4 Sterne geben. Zudem empfehle ich euch die Autorin unbedingt weiter, weil die Bücher von Rahel Hefti echt rocken und ich vielleicht bei manchen Kritikpunkten viel zu empfindlich bin.

 

Schriftzug Laura

 

 

Advertisements

[REZENSION] WOLKENSCHLOSS – KERSTIN GIER

Wolkenschloss - Kerstin GierBuch: Wolkenschloss

Autorin: Kerstin Gier

Verlag: FJB

Originalsprache: Deutsch

Erschienen: Oktober ’17

Reihe: Nein

 

KLAPPENTEXT:

Ein magischer Ort in den Wolken. Eine Heldin, die ein bisschen zu neugierig ist. Und das Abenteuer ihres Lebens. Der neue Roman von Bestsellerautorin Kerstin Gier.
Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz. (Quelle Klappentext & Bild: fischerverlage.de)

 

MEINE MEINUNG

Bereits vor zwei Jahren hat die Autorin bei einer Lesung (ja, ich hatte das Glück Kerstin Gier bei einer Lesung zu sehen *_*) ,,Wolkenschloss“ in der Rohfassung angekündigt. Ich war sehr gespannt, weil ich von Frau Gier bisher nur Fantasy Jugendbücher und Erwachsenenliteratur (die Müttermafia-Trilogie ist einfach göttlich!) gelesen habe und ,,Wolkenschloss“ ja in keine der beiden Kategorien wirklich passt. Ob mich das Buch trotzdem überzeugen konnte, erfahrt ihr jetzt.

Das Cover:

Wahnsinn *_* das Cover für Wolkenschloss gehört für mich zu den schönsten und bezauberndsten Buchcovern in der ganzen Buchwelt. Tolle Arbeit vom Verlag bzw. der Illustratorin.

Die Figuren: 

Fanny Funke als Jahrespraktikantin bzw. Mädchen für alles, ist mit ihren 17 Jahren und ihrer Art eine tolle Protagonisten, welche die Geschichte problemlos tragen kann. Obwohl sie ihre Momente hat und man sich als Leser durchaus mit ihr identifizieren kann, geht sie meiner Meinung nach dem den Nebenfiguren etwas unter.

Besonders interessant sind in ,,Wolkenschloss“ die Nebencharaktere. Allen voran Don Burkhard Junior, der mir zwar gehörig auf die Nerven ging, dennoch positive Auftritte hat. Ebenso sind auch die vielen Angestellten und Hotelgäste ein illustres Grüppchen, bei dem jeder eine andere Macke oder Besonderheit hat. Kerstin Gier hat sich hier selber übertroffen und Personen geschaffen, welche einfach perfekt in das wunderschöne Ambiente des Hotels passen. Sei es der Millionenschwere Russe mit dem Leibwächter, die Pagen aus einer anderen Zeit, der hyperventilierende Wellnesschef oder der jähzornige Hotelchef, der Lesespass ist garantiert.

Der Inhalt

Als Leser begleitet man Fanny Funke bei ihren alltäglichen Hoteltätigkeiten und lernt dabei viele Eigenschaften des ,,Wolkenschlosses“ kennen. Neben der Kinderbetreuung kommt das Kindermädchen einem dramatischen Spiel auf die Spur, welches ab ca. Seite 60 richtig Fahrt aufnimmt. Bis Seite 60 fand ich die Geschichte ehrlicherweise unglaublich langweilig. Es ging nicht voran und man schleppte sich von Seite zu Seite. Nach dieser zähen Anfangspause habe ich das Buch für zwei Wochen zur Seite gelegt und verspürte erst diese Woche wieder die Lust, das Buch weiterzulesen. Zum Glück habe ich ,,Wolkenschloss“ weitergelesen, den wie oben beschrieben fängt es ab da richtig spannend zu werden. Zwar gibt es durchaus die ein oder andere etwas langfädige Zwischenszene, gesamthaft betrachtet war das Buch aber trotzdem ein Lesespass. Besonders interessant fand ich die Thematik, welche in der Mitte des Buches aufgenommen wird und erst am Ende aufgelöst wird. Irgendwie gab es dann doch den einen ,,Aha-WAS?“-Moment, mit welchem das Buch bei mir wieder Pluspunkte sammeln konnte. Ansonsten trägt das Buch die typische Handschrift der Autorin, welche ich besonders in Silber unglaublich mochte und weswegen ich auch in Zukunft jedes Buch der Autorin lesen werde.

Bezüglich der angedeuteten Liebesgeschichte im Klappentext braucht ihr keine Angst zu haben, sie nimmt an keiner Stelle im Buch die Oberhand 🙂

 

Fazit:

Obwohl ich den Anfang sehr zäh und langweilig fand und es die ein oder andere etwas langatmige Szene im Buch gibt, konnte mich die Geschichte mit ihrer tollen Atmosphäre, dem typischen Kerstin Gier Humor und dem wunderschönen und magischen Ambiente überzeugen. Zum Cover brauche ich nichts mehr zu sagen *_* Ich gebe dem Buch knappe und dennoch verdiente 4 Sterne.

 

Schriftzug Laura

[MUSICALREWIEV] WICKED

Ich sass in einem weichen und gemütlichen roten Sessel im Musicaltheater und  entzifferte die Karte von OZ. Völlig gebannt wartete ich also auf das Öffnen des Vorhangs und darauf, die Geschichte zu erfahren, wie die böse Hexe vor ihrer Herrschaft war. Was ich den knapp 3h erfuhr, wird mir wahrscheinlich als das spektakulärste und faszinierendste Musical aller Zeiten in Erinnerung bleiben.

In November war es wieder so weit und ich durfte endlich wieder ins Musical gehen. Bereits vor einem halben Jahr habe ich mir die Tickets für das Musical gekauft, welches als ,,das beste Musical aller Zeiten“ angepriesen wurde. Wie ihr vielleicht aus der Review aus West Side Story herauslesen konntet, liebe ich Musical und bin ein totales Fangirl wenn es um solche Aufführungen geht.

In Wicked geht es um die Vor-, Präsent- und Nachzeit von ,,der Zauberer von OZ“. Im Mittelpunkt steht der Werdegang von Glinda ,,der Guten“ und Elphaba ,,der Wicked Witch“. Bevor man also in dieses Musical geht sollte man mit der Geschichte rund um Dorothy und dem Zauberer von OZ unbedingt vertraut sein. Ich konnte das Musical in der Originalsprache sehen und kann sagen, dass es mit der Handlung sehr schnell voran geht und diese mit vielen Zeitsprüngen, Parallelhandlungen und Rückblicken gespickt ist. Besonders auf die Zeitsprünge wird nicht explizit eingegangen und manchmal wird es etwas kompliziert.

In erster Linie geht es ja um die Freundschaft zwischen Glinda und Elphaba. Überraschend war für mich aber die Liebesgeschichte, diese ist so bittersüss und tiefgehend das man als Zuschauer die ein oder andere Träne verdrückt hat. Ebenso bewegt war ich von den Liedern. Ich kannte diese zum Teil zwar schon vorher, dennoch hat mich besonders ,,Defying gravity“ unheimlich berührt und mitgenommen.

Eine kleine Anmerkung muss ich hier doch noch zum Inhalt machen. Obwohl die Story im Grundsatz eher traurig und tragisch ist, schafft es das Musical Witze einzubauen. In manchen Szenen habe ich fast Tränen geweint und in den anderen hat mich das Stück zum lachen gebracht. Besonders Glinda schafft als skurrile und überhebliche Persönlickkeit das Publikum zum lachen zu bringen.

Volle Punktzahl hat das Musical definitiv beim Bühnenbild verdient. Bei weitem das spektakulärste und schönste Bühnenbild das ich jemals gesehen habe. *_* Ebenso waren auch die Special Effekts einfach magisch. Einfach grossartig. Nur alleine für dieses fantastische Bühnenbild würde ich noch einmal rein. 🙂

Mein Fazit fällt sehr gut aus. Jeder der die Chance hat sollte sich neben West Side Story auch Wicked ansehen. Ich war so begeistert, das ich mir gleich die CD geholt habe 🙂 ❤ Aber das überrascht ja wohl keinen, immerhin bin ich eine Träumerin und Musical sind nun mal die bevorzugte Welt von uns ^^

 

Schriftzug Laura

 

[REZENSION] Nevernight – Die Prüfung

Buch: Nevernight, die Prüfung

Autor: Jay Kristoff

Reihe: Ja, Band 1

Original: Englisch

Erschienen: August ’17

Klappentext: In einer Welt mit drei Sonnen, in einer Stadt, gebaut auf dem Grab eines toten Gottes, sinnt eine junge Frau, die mit den Schatten sprechen kann, auf Rache.
Mia Corvere kennt nur ein Ziel: Rache. Als sie noch ein kleines Mädchen war, haben einige mächtige Männer des Reiches – Francesco Duomo, Justicus Remus, Julius Scaeva – ihren Vater als Verräter an der Itreyanischen Republik hinrichten und ihre Mutter einkerkern lassen. Mia selbst entkam den Häschern nur knapp und wurde unter fremdem Namen vom alten Mercurio grossgezogen, einem Antiquitätenhändler. Mercurio ist jedoch kein gewöhnlicher Bürger der Republik, er bildet Attentäter für einen Assassinenorden aus, die »Rote Kirche«. Und Mia ist auch kein gewöhnliches Kind, sie ist eine Dunkelinn: Seit der Nacht, in der ihre Familie zerstört wurde, wird sie von einer Katze begleitet, die in ihrem Schatten lebt und sich von ihren Ängsten nährt. Mercurio bringt Mia vieles bei, doch um ihre Ausbildung abzuschliessen, muss sie sich auf den Weg zur geheimen Enklave der »Roten Kirche« machen, wo sie eine gefährliche Prüfung erwartet …(Quelle: fischer tor)

Meine Meinung

Nevernight ist ein Buch, welches ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Eigentlich stehe ich nicht auf diese Art von Fantasybücher, dennoch wurde ich zum Kauf dieser Geschichte überredet. Warum das Buch haarknapp dann doch 5 Sterne von mir erhalten hat, erfahrt ihr jetzt:

Wo soll ich nur anfangen….. Der Weltenaufbau in Nevernight ist äussert eindrucksvoll und lässt eine Menge Spielraum für Interpretationen zu. Gottesgrab ist wie der Name schon sagt, auf einem Skelett eines toten Titanen erbaut worden und demensprechend wurden die Viertel in dieser Stadt nach den verschiedenen Bereichen des Skelettes benannt. Auch die Idee mit den drei Sonnen mag Kritikerin nicht sehr originell vorkommen, meiner Meinung nach habe ich aber etwas vergleichbares noch in keinem Buch gesehen. Besonders erstaunt hat mich die Schule der Assassine die ,,rote Kirche“. Ich möchte aufgrund von Spoilern nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber ihr Aufbau und Bedeutung in der Geschichte fand ich genial.

Das Hauptargument warum ich mich schliesslich doch für dieses Buch entschieden habe (neben den unzähligen Blogposts, Instagrammbilder und Twittermitteilungen) war die Gegenwart der Götter. Sie sind im ganzen Buch präsent, auch wenn sie nie wirklich auftauchen. Jay Kristoff hat mit Nevernight durchaus einen erwachsenen Variante von Percy Jackson geschrieben, bei welchem die verschiedenen Göttern am Weg unserer Protagonisten beteiligt sind.

Dieser Weg ist als Leser einfach unglaublich interessant und atemberaubend mitzuerleben. Mia als Charakter vereint sowohl die guten, wie auch die schlechten Eigenschaften der Menschen und als Protagonisten gehört sie für mich zu den eindrücklichsten Personen in der Bücherwelt. Ich konnte ihre Handlungen immer nachvollziehen und obwohl ihre Vergangenheit und Gegenwart nicht einfach sind, um nicht zu sagen einfach schrecklich, hatte ich nie das Gefühl mit ihr Mitleid haben zu müssen. Sie ist sehr stark und ich an ihrer Stelle hätte genau das Gleiche gemacht.

Auch mit den Nebencharakteren hat Jay Kristoff bei mir punkten können. Sowohl Tric wie auch die verschiedenen Lehrpersonen waren individuell gestaltet und mit so vielschichtigen Persönlichkeiten ausgestattet worden, dass man als Leser mit dem Verarbeiten dieser kaum mehr hinterher kam.

Obwohl mir im Vorfeld häufig vom eher schwierigen Schreibstil berichtet wurde, kann ich diesem Argument nur bedingt zustimmen. Jay Kristoff schreibt im vielen Metaphern und sehr bildlich, mein Lesefluss stört das aber nur bedingt. Auch die Idee mit den Fusszeilen fand ich cool, wenn auch etwas störend.

Bevor wir noch zu den Kritikpunkten kommen möchte ich hier nur kurz einen Satz zum Ende sagen: What the hell!! Die letzten ca. hundert Seiten habe ich nicht vorhergesehen und der Autor hat mich perfekt auf die falsche Fährte geführt. Eine Meisterleistung.

Bis hier her liest sich meine Rezension wie eine Lobeshymne, was das Buch eigentlich auch verdient. Aber, mussten diese Erotikszenen wirklich sein?!! Wenn ich Lust auf solche Sachen hätte, würde ich mir Fifty Shades of Grey holen. Diese Szenen haben mir das Buch fast versaut und ich verstehe einfach nicht warum genau das für die Geschichte notwendig war. Klar ist Evernight kein Jugendbuch und laut dem Autor waren diese Erfahrungen für Mias Persönlichkeitsentwicklung wichtig, aber übertreiben muss man es nicht.

Fazit

Evernight hätte das Potenzial zum meinem absoluten überraschenden Jahreshighlight, leider wurde das jedoch durch die völlig unnötigen Erotikszenen brutal gedämpft. Trotzdem werde ich dem Buch haarscharfe 5 Sterne geben, weil Jay Kristoff mich mit allem anderen überzeugen konnte.

 

Schriftzug Laura

[REZENSION] Zwei an einem Tag

Buch: Zwei an einem Tag

Autor: David Nicholls

Original: Englisch

Erschienen: Mai ’11

Klappentext: Gerade stelle ich mir dich mit vierzig vor!« Es ist der 15. Juli 1988, und Emma und Dexter, beide zwanzig, haben sich bei der Abschlussfeier kennengelernt und die Nacht zusammen durchgemacht. Am nächsten Morgen gehen beide ihrer Wege. Wo werden sie an genau diesem Tag ein Jahr später stehen? Und wo in den zwanzig darauffolgenden Jahren? Werden sich die beiden, die einander niemals vergessen können, weiterhin immer gerade knapp verpassen?

Meine Meinung

Zwei an einem Tag fiel mir spontan bei meinen Verwandten Zuhause in die Hände und da ich den Film damals unglaublich langweilig fand, wollte ich der Geschichte rund um Emma und Dexter in Buchform eine zweite Chance geben. Vorneweg sei gesagt, das dass Buch definitiv besser ist als der Film, leider aber auch nicht ganz zu überzeugen weiss. Wieso und weshalb, kommt jetzt:

Die Geschichte beginnt mit der Nacht, welche Dexter und Emma auf dem College ,,zusammen“ verbringen und grossen Einfluss auf ihr weiteres Leben haben wird. Mir persönlich war es beim lesen schleierhaft, wieso die beiden sich seit dieser Nacht nicht mehr vergessen können. Meiner Meinung nach haben die beiden nichts gemeinsam und unvergesslich war diese Zeit auch nicht wirklich. Trotzdem verfolgt man als Leser die ,,Liebesgeschichte“ der beiden über die Jahre hinweg, bis sie sich schlussendlich irgendwo wieder treffen und sich plötzlich auf diese Nacht besinnen und wie sie einander doch lieben würden. *Hier bitte Geigenmusik und fliegende Rosenblätter vorstellen*

Kennt jemand von euch ,,Love Rosie“? Zwei an einem Tag hat ein ähnliches Konzept, welches aber viel schlechter umgesetzt wurde. Ich fand die Chemie zwischen Dexter und Emma hat nicht gestimmt und das Konstrukt um ihre ,,Beziehung“ war unglaubwürdig und teilweise sehr nervig. Während Emma dem Typen das ganze Buch lang hinterher trauert und vor sich hin jammert, geniesst Dexter das Leben bis ihm einfällt das es da ja noch eine Frau gab. Mehr als einmal wollte ich Emma richtig durchschütteln.

Apropos durchschütteln und aufregen, zum grössten Kritikpunkt komme ich ja erst noch: Dexter. Ein unglaublich arrogantes Arschloch, welcher die Anderen nur benutzt und sich dann wundert wieso niemand mehr da ist. Dexter war mir so dermassen unsympathisch so was habe ich in Bücher wirklich selten.

Dadurch das man die beiden Charaktere ihr ganzes Leben lang begleitet, wurden die Kapital dementsprechend gestaltet. Jedes Kapital beschreibt einen anderen Tag und das Datum ist jeweils die Kapitelüberschrift. Das Buch ist ausserdem in verschiedene Teile unterteilt, welche ca. einem Jahrzehnt im Alter der Charaktere entspricht.

Der Schreibstil ist angenehm zu lesen aber sonst nichts besonderes.

Fazit:

Obwohl ich ,,Love, Rosie“ wirklich mochte, konnte mich ,,zwei an einem Tag“ nicht überzeugen. Neben den unsympathischen Protagonisten, war mir das ganze zu unglaubwürdig. Zum Ende sage ich jetzt besser mal nichts. Von mir gibt es 3/5 Sternen

Schriftzug Laura

 

[SUB DEN SOMMER] Fazit

Vor ein paar Wochen habe ich voller Motivation über meine Teilnahme an der Sommer Challenge berichtet. Leider ist die Challenge letztes Wochenende zu Ende gegangen. In den letzten zwei, drei Wochen ist meine Motivation und meine Leselust in die Ferien geflogen und hat mich heulend und alleine zurück gelassen. Von den insgesamt 15 Aufgaben habe ich 6.5 erfüllt und meinen SUB nicht nachhaltig verkleinern können. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung an was das es lag, dass ich mich zu nichts mehr aufraffen konnte. Es ist ein wenig seltsam und sehr, sehr nervend. Trotzdem möchte ich euch heute die ,,sechs“ Bücher, welche ich gelesen habe vorstellen. Ich habe die Bücher jeweils nach den Aufgaben geordnet.

Aufgabe 6 Lies das eine Buch aus einem anderen Genre auf deinem SUB:

Als drittes Buch habe ich American Assassin beendet und ich muss gestehen, ich liebe dieses Buch. Es ist unglaublich spannend und hat einen Protagonisten, welcher einem durch seine Art in seinen Bann zieht. In diesem Buch geht es um Mitch Rapp, der seine Freundin bei einem Terroranschlag verliert. Daraufhin beschliesst er sich an den Verantwortlichen zu rächen. Die Geschichte dient übrigens auch dem gleichnamigen Film als Vorlage, welcher im Herbst ins Kino kommen soll. Ich bin sehr gespannt wie sie das Buch umsetzten.

4/5 Sternen

 

 

Aufgabe 10 Lies ein typisches Sommerbuch:

Vom Klappentext her klang ,,der Engel von Paris“ damals in der Vorschau nach einem süssen, lockeren Sommerbuch im Jugendbuchbereich. Beim ersten Lesen bzw. beim durchblättern habe ich aber schnell festgestellt, dass es definitiv kein Jugendbuch ist und so habe ich es bis jetzt auf dem SUB versauern lassen. Gleich am ersten Wochenende der Challenge habe ich mich aber dazu entschlossen, dem Buch noch einmal eine Chance zu geben und wurde dieses Mal positiv überrascht. Der Engel von Paris erzählt die Geschichte von Marie der ihr Schutzengel begegnet und sich gehörig in ihr Leben einmischt. Das Buch sticht deshalb aus der Menge heraus, weil sowohl die Hauptperson wie auch die Nebencharaktere kein einfaches Leben haben und alle ihren Rucksack zu tragen haben. Die Idee mit dem Schutzengel fand ich wunderschön und am Ende musste ich fast weinen. Eine melanchonische und unterschwellig traurige Geschichte, welche aber zu überzeugen weiss. 4.5/5 Sternen

 

Aufgabe 11 Lies ein Buch mit Sommerfarben auf dem Cover:

Eine zeitlang war ich total abhängig von den ,,Freche Mädchen, Freche Bücher“ – Bücher von Bianka Minte-König. Vor ein paar Jahren habe ich per Zufall ihre Reihe für Erwachsene entdeckt und konnte nicht widerstehen. Leider konnte mich die Geschichte auch hier beim ersten lesen nicht überzeugen und so versauerte das Buch seither auf dem SUB. Spontan habe ich es dann aber für die Challenge ausgewählt und siehe da, das reifen auf dem Stapel hat nicht geschadet. Dieses mal mochte ich das Buch sehr und habe es innerhalb von zwei Tagen durch gehabt. Als Leser fühlt man sich sofort in die Zeit der Jugendbuchreihe der Autorin versetzt, auch wenn ,,Liebe? Jetzt sofort!“ deutlich für Erwachsene geschrieben wurde. 3.5/5 Sternen

 

Aufgabe 5: Lass die anderen Teilnehmer (z.B. durch eine Twitterumfrage) entscheiden, was du liest

 

 

Bei der Umfrage haben sich die Twitteruser deutlich für ,,The Hate U Give“ entschieden. Meine mehr oder weniger ausführliche Meinung zu diesem Buch findet ihr in meiner Rezension hier auf dem Blog.4/5 Sternen

 

 

 

Aufgabe 12: Lies ein Buch das nicht 2017 erschienen ist

2014 oder 2015 habe ich das Taschenbuch zu ,,Engelsnacht“ geschenkt bekommen und seither liegt es auf dem SUB. Ich denke es liegt dort, weil ich sehr viele schlechte Meinungen zu dem Buch gelesen habe und selbst letzte Woche wieder mitbekommen habe, wie jemand die Geschichte in der Luft zerriss. Trotzdem habe ich mich in der letzten Woche der Challenge an den Wälzer getraut und ehrlicherweise fand ich es nicht unglaublich schlecht. Es weist zwar ziemlich viele Klischees aus dem Jugendbuchbereich auf und der Klappentext enthüllt bereits das grosse Geheimnis, dennoch fand ich es angenehm zu lesen und auch ein klein wenig spannend. Ob ich die Reihe aber weiterlesen werde, weiss ich jetzt noch nicht. Leider habe ich Engelsnacht wegen 70 Seiten nicht am Sonntag fertig lesen können, weswegen ich diese Aufgabe nur halb zählen werde. 3.5/5 Sternen

 

Aufgabe 13: Lies ein Buch, das in einem anderen Land spielt:

Für diese Aufgabe habe ich ,,Everflame“ von Josephine Angelini gelesen und war positiv überrascht. Auch zu diesem Buch habe ich mehrheitlich nur schlechte Rezensionen gelesen und kann es nach Beenden der Geschichte nicht nachvollziehen. Für mich war die Geschichte spannend und ich flog beim lesen nur so über die Seiten. Klar kann man nun argumentieren das die Autorin keine innovative Idee als Basis der Story hatte und die Protagonistin zwischenzeitlich eher unsympathisch gewirkt hat, dennoch war für mich das Endergebnis positiv. Bei dieser Reihe könnte ich mir vorstellen weiterzulesen. 4/5 Sternen

 

Aufgabe 15: Halte das Buchkaufverbot ein:

Die wohl schwierigste Aufgabe von allen war das Buchkaufverbot. Aber auch das konnte ich mit Mühe und Not einhalten. Zwar sind ein paar neue Bücher bei mir eingezogen, diese stammen jedoch von einer Bestellung welche ich vor Beginn der Challenge getätigt habe und bis dahin noch nicht eingetroffen sind.

 

Mein Schlussfazit der Challenge ist durchwegs positiv. Ich habe zwar nicht alles geschafft was ich mir für die Zeit vorgenommen habe, dennoch war es toll sich mit den Teilnehmerinnen und Organisatorinnen der Challenge immer wieder auszutauschen. Ein grosses Danke geht an Anna und Tabi fürs organisieren, ihr seit der Hammer 🙂

 

© Quelle der Bilder: Thalia.de

 

Schriftzug Laura

[REZENSION] The Hate U Give

The Hate U Give

Buch: The Hate U Give

Autorin: Angie Thomas

Erschienen: 24.07.2017

Reihe: nein

Original: Englisch

 

Klappentext:

Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen. (Quelle: http://www.randomhouse.de)

Meine Meinung

Als Leser kommt man an ,,The Hate U Give“ dieses Jahr nicht vorbei. Überall wird darüber geschrieben, gepostet oder debattiert. Fast jeder liebt und vergöttert dieses Buch und fast alle Leserinnen und Leser geben der Geschichte rund um Starr volle Punktzahl. Warum mich das Buch leider nicht ganz überzeugen konnte erfahrt ihr jetzt.

Starr als Hauptcharakter wäre von der Idee her ein absolutes Highlight. Leider hatte ich aber im Laufe der Geschichte grosse Mühe mit ihren Handlungen. Sie erlebt gleich am Anfang ein traumatisches Erlebnis als ihr Freund erschossen wird, aber statt für ihn einzustehen macht sie sich mehr Sorgen was ihre reichen Freunde von der Sache halten könnten. Klar kann man als Leser eine solche Situation zum Glück nicht aus eigener Erfahrung teilen, aber immer wenn wieder ein Bericht im TV über die Polizeigewalt in Amerika auftaucht will ich das ändern. Und ich sitze meilenweit davon entfernt. Für mich waren und sind ihre Probleme nicht nachvollziehbar.

Ebenso meine Probleme hatte ich mit ihrem Vater. Seine Art die Familie seinem Willen zu unterwerfen und alles kontrollieren zu wollen, ging mir gehörig auf den Zeiger. Mir ist nicht klar wieso Starr’s Mom bei diesem Mann geblieben ist. Gegen Ende der Geschichte hat zwar auch er eine Verwandlung durchgemacht, aber seinen schlechten Eindruck vom Anfang konnte er zumindest bei mir nicht mehr wettmachen.

The Hate U Give konnte mich anstelle der Charakteren mit dem Plot überzeugen. Obwohl ich das Buch in Englisch gelesen habe und es teilweise sehr viel Slang drin hat, flog ich nur so über die Seiten. Meiner Meinung nach hat die Autorin ein perfektes Bild der momentanen Situation in den USA dargestellt. Obwohl man nur als Leser an der Story beteiligt war, konnte man die aufgeladene Stimmung unter der Bevölkerung fast schon greifen. Besonders gefallen haben mir auch die verschiedenen Nebenhandlungen, welche schlussendlich aufgezeigt haben, wie schlimm und trotzdem positiv die Bevölkerung lebt.

Ebenso fasziniert war ich, als ich das Kennenlernen zwischen Starr’s Freund und ihrem Vater gelesen habe. An diesem Beispiel erkennt man sehr gut, wie schlimm die gegenseitigen Vorurteile und Abneigungen doch verwurzelt sind und wie die Polizeigewalt alles nur noch schlimmer macht.

Vom Schreibstil her hat Angie Thomas alles Bekannte noch einmal getoppt. Mit der Einbringung des Slangs wurde das Leben zwischen reich und arm noch viel greifbarer.

Fazit:

Ein brandakuelles Thema, welches von der Story her perfekt umgesetzt wurde, leider aber durch die unsympathischen Charaktere Punkte verliert. Ich bin sehr gespannt, wie der Film umgesetzt wird.

Von mir gibt es 4/5 Sternen

Schriftzug Laura